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IT Business

Gründung eines Coworking-space in Rüsselsheim

Am vergangenen Wochenende wurde von mir in einem online-Forum die Gründung eines Coworking-space in Rüsselsheim diskutiert. Ich hatte das Thema bereits im Januar 2010 (erste tweets hier https://twitter.com/coworking65428) einmal angestoßen, war aber meiner Zeit mal wieder etwas zu weit voraus #JoaMeiWosIsDennDes – diesmal allerdings war die Resonanz besser.

Ein Coworking-space ist ein mittlerweile in der IT-/Startup-Szene, ebenfalls in der Print-Branche und allgemein unter jungen Freelancern weitgehend bekanntes und akzeptiertes Modell: es bietet sehr günstigen, aber attraktiven Büroraum mit erweitertem Nutzen und ‘die jungen Wilden’-Unternehmer sitzen auf einem Haufen und generieren womöglich auch noch Mehrwert durch Kooperation. Mal abgesehen von den guten Impulsen (Konsum, Arbeitsplätze) einer lebhaften Gründerszene in eine Stadt.

Unsere Stadt hat ja schon ein TIGZ, ich habe das allerdings nie als attraktiv empfunden und das Ding ist auch weit außerhalb (#WTF Gustavsburg; gibt noch eine Dependance im Hasengrund), im Grunde hat da wahrscheinlich irgend ein Vermieter was dran verdient, aber Mehrwert ist keiner offensichtlich – hake ich also schnell als Geldgrab ab, sofern es denn einen öffentlichen Zuschuss bekommen hat.

Auf der grünen Wiese?

Unsere Innenstadt ist ja relativ tot (naja o.k., sie zuckt noch hier und da), aber im Grunde kann man sich da ja verhalten wie auf einer grünen Wiese, was stört schiebt man weg und baut etwas Neues hin – für Coworking ist das aber etwas zu viel des Guten, man nimmt lieber eine Industriebrache (mit anderen Worten einen Teil des alten Opel Geländes) und rüstet die mit der nötigsten Infrastruktur auf und schon hat man Style, ein günstiges Mietobjekt, Gründerflair und ggf. Erweiterungsmöglichkeiten, das wäre mal ein Ansatz und er wird beim Umzug der HSRM auf das Opel Altwerksgelände auch bereits so praktiziert.
Ich war ganz böse und habe auch noch auf den Niedergang des immer wieder mal in Planung befindlichen Opel-Forums getippt, da hat man dann im ersten Stock (der zuerst leer stehen wird) eine neue top Infrastruktur und muss höchstens noch ein paar Netzwerkkabel und Switches aufstellen, super leicht. *Danke*

Prüfung der Parameter – Komponente 1: Büroraum

  • Bereitstellung einer Arbeitsumgebung/Infrastruktur: Internetzugang, Drucker/Kopierer/Fax, Netzwerk, 1 Beamer, 1 Flatscreen, Schreibtische, Stühle, Ikea-Expedit-Regale in allen größen, wirkt jung, hell und trendig – mit dem Punkt wird man am schnellsten fertig
  • Raum: Platz für 10+ Schreibtische 1 x 2,5 Meter; 5-10 Einzelbüros, abschliessbar; 1 Besprechungsraum für mindestens 10 Personen mit Beamer, 1 Chillout-Lounge mit Bar, Spüle, Sitzgelegenheiten und Flatscreen für TV/Spielekonsole und Trainings-Bits (das sind Mini-Vorträge)
  • Preisgestaltung: 1) Tagesmiete floating-Schreibtisch: 15-20 Euro; 2) fest reservierter Schreibtisch: 80 Euro im Monat 3) Einzelbüro abschließbar mit Schreibtisch und Briefkasten: 200+ Euro im Monat; Mindestmietdauer bei 2) und 3): 3 Monate
  • Unbedingte Anforderungen: attraktive & moderne Gestaltung, niedrige Preise, weniger als 90 Sekunden Laufweite zum Bahnhof
  • Erfolgskriterium: das Angebot muss so attraktiv sein, dass die Katalysationshürde der Ansiedlung in Rüsselsheim leicht überwunden wird. [Kriegen wir nicht hin, ich kenne unsere Stadt ja; wir passen das Konzept an, bis es wieder am Markt vorbei ist.]

Parameter – Komponente 2: Gründungsberatung

Diese Komponente halte ich nicht unbedingt für nötig: Gründer kommen häufig aus einem Universitätsstudium und haben vielleicht auch 2, 3, 4 Semester interdisziplinär Wirtschaftskurse belegt für das grundlegende Handwerkszeug (nur die Juristen werden es mit interdisziplinär echt nie raffen, aber die gründen ja auch seltener ;-)). Zudem sind Gründer oft eigenwillige Menschen, das schadet ja auch nicht, sie entwickeln Ideen, die vor ihnen noch keiner hatte.
Also Gründungsberatung schön und gut, ist aber klar nur eine Option, die sollte on-demand bereitstehen. Wie so eine Art Schulkrankenschwester, hat da vielleicht einen Schreibtisch und wenn man sie mal braucht, unterhält man sich mal mit ihr.

Wenn so ein Coworking-space über das reine coworking (heisst ja eher nur nebeneinander arbeiten) hinaus geht, wird da der Austausch auch schon so sehr gut sein, danach kommt dann eine konkrete Gründungsberatung zu ganz bestimmten Fragestellungen.

Fazit

So, die paar Zeilen auf die Schnelle. Wenn ich (Privatinvestor/Wirtschaftsförderung/Konsortium) ein wenig Talent bei so einem Projekt an den Tag lege, habe ich endlich das, was diese Stadt seit Adam Opel nur noch selten gesehen hat: wieder ein wenig mehr Leben in der Innenstadt, junge, gut ausgebildete Leute und geballten Gründer- und Unternehmergeist auf einem Haufen.
Da schnallste ja ab, was wir alles können für die paar Euro – und die haben gerade 10 Millionen mit der STEG verbrannt #outerspaceballistic, alles ganz wirr in dieser Stadt.

Falls jemand das umsetzen möchte: ich wirke gerne als Freelance-Projektmanager mit, Erfahrung auf internationalem level vorhanden – ich will auch mal Kohle verheizen, vermute aber es kommt mehr dabei heraus oder wir lassen es nach dem Business Plan lieber gleich bleiben.

Discussion

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